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AKF-Presseinformation

Berlin, 7./8. November 2010

17. Jahrestagung des Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.: Für Frauengesundheit solidarisch kooperieren und Konkurrenz für Innovationen nutzen

Der Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. (AKF) forderte zum Abschluss der 17. Jahrestagung zum Thema "Frauengesundheit: Kooperation zwischen Konkurrenz und Solidarität" in Berlin einen solidarischen und kooperativen Umgang mit der Frauengesundheit und die bestmögliche Beratung und Behandlung für Frauen: Jede Frau hat dies verdient - unabhängig vom Versicherungs- und Sozialstatus, von Alter und Gesundheitszustand, von sexueller Orientierung, Schulbildung und Herkunftsland.

Der berufliche Alltag bei Professionellen im Gesundheitswesen ist häufig durch Verteilungskämpfe und Abgrenzungen geprägt: Hausärztinnen gegen Fachärztinnen, Hebammen gegen Gynäkologinnen, Ärztinnen gegen andere Gesundheitsberufe, psychologische gegen ärztliche Psychotherapeutinnen, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gegen Medizinische Versorgungszentren etc.. Bei der 17. AKF - Jahrestagung wurde deutlich, dass es sich bei diesen Auseinandersetzungen um Irrwege handelt, die von strukturellen Kernproblemen ablenken, die das Solidarsystem unterhöhlen und für die der AKF keine schnellen Lösungen sieht.

Im Rahmen der Jahrestagung konnten jedoch Wege aufgezeigt werden, wie die eigene ethische Integrität in dem sich verschärfenden Wettbewerb gewahrt und die Arbeitsbedingungen im Sinne von Patientinnen und Patienten beeinflusst werden können. Teilnehmerinnen aus zahlreichen Gesundheitsberufen bestätigten in Foren und Diskussionen, dass Solidarität und Kooperation die wichtigsten Ressourcen helfender Berufe sind. Sie betonten die notwendige Reflexion der eigenen Berufsrolle im Gesamtsystem, um die Ausrichtung des Denkens auf eine einseitige ökonomische Logik zu verhindern. Sie sprachen sich für einen transparenten Umgang mit Konkurrenzformen aus, die innovative Entwicklungen fördern und für eine verstärkte Wertschätzung von Kooperationen wie sie von Hebammen und Gynäkologinnen, von Haus- und Fachärztinnen, die mit sozialen Beratungsstellen zusammenarbeiten und weiteren Netzwerken zur Frauengesundheit bereits beispielhaft praktiziert werden.

Dr. Maria Beckermann und Karin Bergdoll, 1. und 2. Vorsitzende des AKF e.V., fassten zusammen: "Frauengesundheit darf für private und kommunale Geldgeber und Kapitalgesellschaften kein Investment mit Dividende werden. Der AKF fordert Gesetze, die weltweit die Spekulation mit Gesundheit, Nahrungsmitteln, Wasser und Luft als lebenswichtigen Gütern verbieten. Auch die Forschung der Pharmaindustrie darf nicht ausschließlich gewinnbringend vermarktet werden. Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht sind bekanntlich die wichtigsten Auslöser von Krankheiten. Angesichts der immer größer werdenden Schere zwischen arm und reich will der AKF Patientinnen und Frauen aus den Gesundheitsberufen ermutigen, hier gemeinsam aktiv zu werden, damit die Frau/die Patientin gestaltend im Mittelpunkt stehen kann."

Der AKF e.V. ist ein Fachfrauennetzwerk zum Thema Frauengesundheit in all seinen Facetten. Wir vertreten die Interessen von Frauen als Patientinnen, als Expertinnen und als Bürgerinnen. Wir sind unabhängig und finanzieren uns nahezu ausschließlich über Mitgliedsbeiträge. Wir setzen uns für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Unser Ziel ist es nicht nur, eine größere Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, sondern inzwischen auch, zur Erneuerung unseres Solidarsystems beizutragen.

Pressekontakt: Gundel Köbke [ Kommunikation c/o AKF e.V., mail@gundel-koebke.com, Mobil 0170 551 80 55, www.gundel-koebke.com

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