Arbeitsplatz- und StandortsicherungAusgabe, 2009/09Zu den "weichen Faktoren" des Zusammengehens gehört sich auch die Unternehmenskultur. Die erweist sich häufig als ausschlaggebend, wenn Zusammenschlüsse scheitern, siehe als jüngstes Beispiel die gescheiterte Großfusion zwischen Daimler und Chrysler. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Vorstände beider Krankenkassen kennen sich seit Jahren und "können" miteinander. Der Zusammenschluss ist nicht mit Ängsten verbunden, sondern mit hohen Erwartungen und wird optimistisch angegangen. Dazu trägt auch bei, dass Teil der Vereinbarung eine Sicherungsklausel für die Arbeitsplätze ist: aus Anlass der Vereinigung werden keine Kündigungen ausgesprochen und es wird zu einer fairen Auswahl bei der Besetzung der künftigen Stellen kommen. Denn ohne Veränderungen wird es nicht gehen, weil nun einmal viele Funktionen doppelt vorhanden sind. BARMER und GEK haben sich auch verständigt, dass es künftig zwei Hauptsitze für das laufende Geschäft gibt, nämlich SchwäbischGmünd und Wuppertal. Für beide Städte sind die Kassen große Arbeitgeber und natürlich wurzeln die Mitarbeiter mit ihren Familien und Freunden in der Region. Die Arbeit wird zwischen den beiden Standorten so geteilt, dass ganze Aufgabengruppen jeweils an einem Standort für die neue Kasse erledigt werden. Der juristische Hauptsitz wird künftig Berlin sein, weil dort die wesentlichen gesundheitspolitischen Entscheidungen fallen, so dass es sinnvoll ist, das der Vorstand dort - wie schon bisher- mit einem Teil seiner Arbeitszeit vor Ort ist. Das gleiche gilt für strategische Arbeitsbereiche, die von einer guten Kommunikation mit Politik und Verwaltung in der Bundeshauptstadt profitieren können. Nur wer auf der Berliner Ebene hörbar ist, wird auch gehört. Schwieriger aber lösbar ist das Problem der Besetzung des künftigen Vorstandes. Das Gesetz schreibt eine Höchstzahl von drei Vorstandsmitgliedern vor, die BARMER hat drei, die GEK hat zwei. Alle haben in der Vergangenheit eine gute Arbeit gemacht, was das Problem nicht leichter macht. Beide Vorstände sind sich aber einig, dem Verwaltungsrat im Januar eine einvernehmliche Lösung zu präsentieren. |
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