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Meldungen + Meinungen

DER MYTHOS DER ÜBERLEGENHEIT DES KOSTENERSTATTUNGSPRINZIPS

Meldungen und Meinungen 2010/10

In der PKV muss der Versicherte die Kosten für ärztliche Behandlung direkt gegen Rechnung bezahlen, die er dann seiner Versicherung zur Erstattung einreicht. Minister Rösler propagiert nun Kostenerstattung als das überlegene Verfahren, um Transparenz über die Kosten für die Versicherten zu erreichen. Eine Rechnung würde dazu führen, dass weniger Leistungen in Anspruch genommen werden und die Kosten der Gesundheitsversorgung sinken. Ein Blich auf die Ausgabenentwicklung in der PKV zeigt: Das Gegenteil ist richtig. Die Kosten steigen ungebremst. Kostenerstattungsprinzip belastet die Versicherten finanziell und es eben nicht gesichert, dass medizinisch überflüssige Arztbesuche unterbleiben, sondern dass der Geldbeutel darüber entscheidet, ob man sich den Arztbesuch leisten kann. Das darf nicht sein!

Viele Ärzte meinen, dass das Kostenerstattungsprinzip doch eine feine Sache wäre, weil sie dann nach der privatärztlichen Gebührenordnung abrechnen können, die deutlich höher ist. Das ist bisher auch so, deshalb bleiben die Versicherten, die auch im Rahmen der GKV einen Kostenerstattungstarif wählen können, auf einem erheblichen Teil ihrer Kosten sitzen. Wenn die Koalitionsvereinbarung meint, was sie sagt, sollen die Versicherten aber durch Kostenerstattung nicht höher belastet werden, also muss anders abgerechnet werden. Wenn es die Tarife der GKV wären, prima. Dann hätte die Zweiteilung im Wartezimmer ihr Ende, weil der Arzt das gleiche Geld bekommt, egal, wo der Patient versichert ist. So ist es in den Niederlanden geregelt. Aber dann verliert das Kostenerstattungsprinzip für die Ärzte jeden Vorteil und es bleiben die Nachteile: Sie müssen hinter ihrem Geld herlaufen. Schwer nachzuprüfen, aber angeblich werden mehr als Viertel der privatärztlichen Rechnungen nicht bezahlt. Langsam dämmert es auch einigen Ärztefunktionären, dass sie mit dem Kosterstattungsprinzip auf das falsche Pferd setzen. Die Frage ist, wann die FDP es merkt.

Die Versicherten der BARMER GEK haben klar erkannt, dass die Kostenerstattung, die unsere Kasse wahlweise anbietet, in der Regel keine Vorteile hat. Ganze 30. 000 Mitglieder haben den Tarif gewählt, das sind 0,3%. Auch Politiker dürfen ihre Thesen und Behauptungen an der Realität überprüfen.



 

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