Einladung zur Jahrestagung des AKF(Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.)PRESSEINFORMATION | EINLADUNG | 19. Oktober 2009"Soziale Ungleichheit bedeutet ein höheres gesundheitliches Risiko für Frauen" - 16. Jahrestagung des Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. in Kassel Unter dem Motto "Frauengesundheit in sozialer Ungleichheit" findet vom 31. Oktober bis 1. November 2009 in Kassel die 16. Jahrestagung des Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. statt, bei der wir die Hintergründe von geschlechtsspezifisch bedingter Armut und Ungleichheit und die daraus entstehenden Gesundheitsrisiken und gesundheitlichen Schädigungen bekannt machen möchten. Erwartet werden Teilnehmerinnen aus nahezu allen Gesundheitsberufen wie Ärztinnen, Psychotherapeutinnen, Hebammen und Beschäftigte in nichtmedizinischen Gesundheitsberufen sowie Gesundheitswissenschaftlerinnen, Sozialarbeiterinnen, Beschäftigte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und Gesundheitspolitikerinnen. Die Tagung will politische Entwicklungen fördern, die Mädchen und Frauen aller gesellschaftlichen Schichten Entwicklungs- und Handlungsfreiräume eröffnen. Bei Müttern bewirkt die soziale und gesundheitliche Stärkung zugleich auch eine Verbesserung der Chancen der Kinder auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben. Auch zu diesen Themen wird die Tagung konkrete Anregungen erarbeiten. Armut und soziale Ungleichheit belasten die Gesundheit. Untersuchungen belegen, dass geschlechtsspezifisch geprägte soziale Ungleichheit ein hohes gesundheitliches Risiko für die Frauen bedeutet. So haben zum Beispiel arbeitslose Frauen eine niedrigere Lebenserwartung als Männer insgesamt. Riskante Lebensformen wie ein hoher Alkohol- und Tabakkonsum und nicht gesundheitsfördernde Ernährungsgewohnheiten sind wesentlich stärker verbreitet. Nicht zuletzt gilt häusliche Gewalt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Laut Bericht der OECD ist in Deutschland die Armut im letzten Jahr so stark wie in keinem anderen entwickelten Land gestiegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen ab Geburt beträgt in dem untersten Fünftel der Einkommensklassen 60,8 Jahre, im obersten Fünftel 71 Jahre - die Differenz beträgt somit 10,2 Jahre. Soziale Ungleichheit entsteht in weiblichen (Erwerbs-)Biografien durch immer noch eingeschränkte Berufschancen sowie in spezifischen Lebensphasen wie Kinderbetreuungszeiten und bei der Pflege von Angehörigen. Nach wie vor ungleiche Rollenerwartungen gegenüber Männern und Frauen führen zu ungerechter Entlohnung im Beruf und zu niedriger Bewertung von Fürsorgeleistungen. Da Frauen infolge ihrer gesellschaftlich gesetzten Nähe zu Kindern und alten Menschen Fürsorge als notwendig erkennen und übernehmen, haben sie die wirtschaftlichen und sozialen Folgen meist allein zu tragen. Sie haben ein höheres Armutsrisiko durch Teilzeitbeschäftigung, Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse mit entsprechenden Einschränkungen bei Bezahlung, Karriere, Rentenanwartschaften und einer unzureichenden Alterssicherung. Die Auswirkungen von Armut im Alter und im Fall einer Pflegebedürftigkeit sind damit vorprogrammiert. Für Anmeldungen und weitere Informationen ist die Geschäftsstelle Dienstags bis Donnerstags von 10 bis 15 Uhr unter 030 - 863 933 16 und per Mail unter buero@akf-info.de zu erreichen. Pressekontakt: Gundel Köbke Der AKF ist ein Fachfrauennetzwerk zum Thema Frauengesundheit in all seinen Facetten. Wir vertreten die Interessen von Frauen als Patientinnen, als Expertinnen und als Bürgerinnen. Wir sind unabhängig und finanzieren uns nahezu ausschließlich über Mitgliedsbeiträge. Wir setzen uns für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Unser Ziel ist es nicht nur, eine größere Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, sondern inzwischen auch, zur Erneuerung unseres Solidarsystems beizutragen. Presseinformation als PDF-Datei downloaden. Wichtiger Hinweis |
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