Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung und HPV-ImpfungDie aktuelle DatenlageProf. Dr. Ingrid Mühlhauser, Universität HamburgIch möchte mich im Folgenden darauf konzentrieren, die wissenschaftliche Datenlage kurz zusammenzufassen, und zwar schwerpunktmäßig zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung, da der anschließende Vortrag von Herrn Dr. Glaeske die HPV-Impfung fokussieren wird. 1 An den Anfang meines Vortrags möchte ich ein Zitat von Sir Muir Gray, dem ehemaligen Direktor der britischen Screeningprogramme setzen, worin er die Problematik dieser Programme auf den Punkt bringt: „Alle Krebsfrüherkennungsprogramme schaden, manche können auch nützen. Der Schaden tritt sofort auf, für den Nutzen braucht es länger, bis er sichtbar wird.“ Weiter stellt Sir Muir Gray die entscheidende Frage: „Gibt es eine qualitativ hochwertige randomisiert kontrollierte Studie (RCT), die gezeigt hat, dass das Screeningprogramm die Mortalität vermindert?“ 2 und schlussfolgert, dass man das Programm nicht implementieren sollte, wenn eine solche Studie fehlt – für das Zervixkarzinomscreening, so viel sei vorab verraten, gibt es kein RCT. Gray führt weiter aus, dass die Implementierung ebenfalls nicht automatisch vorgenommen werden sollte, wenn ein gutes RCT vorliegt, sondern dass zunächst folgende Fragen beantwortet werden müssen:
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