Gemischte erfahrungen mit HausarztverträgenAusgabe, 2009/04
Die Bertelsmann-Stiftung befragt halbjährlich eine ausgewählte Stichprobe von Menschen zu Fragen der Gesundheitspolitik. Der "Gesundheitsmonitor 2008" berichtet über die Erfahrung mit Hausarztverträgen. Die Ergebnisse sind „durchwachsen“. 14% der Befragten waren in Hausarztverträge eingeschrieben, dabei waren chronisch Kranke und Menschen mit niedrigem Einkommen stärker vertreten. Eigentlich hatte man von der Lotsenfunktion des Hausarztes erwartet, dass es zu weniger Facharztbesuchen kommt. Das Gegenteil ist der Fall: Die in Hausarztverträge eingeschriebenen Patienten suchten 2,34-mal einen Facharzt auf, Patienten in der Regelversorgung nur 1,45-mal. Das kann auch nicht überraschen, weil eben eher die Kranken das neue Modell wählen. Wer krank ist, hat aber in der Regel sowieso einen Hausarzt, dazu bedarf zumindest nicht des Anreizes einer Prämie für den Versicherten oder eines höheren Honorars für den Arzt.
Die Patienten in den Hausarztmodellen waren allerdings zufriedener und berichteten zu 68% von Verbesserungen ihres Gesundheitsstatus, die Patienten in der Regelversorgung hingegen nur zu 59%. Das kann aber auch an der anderen Zusammensetzung der Versicherten in den Hausarztverträgen liegen, die kränker sind und vielleicht Verbesserungen bewusster wahrnehmen. Insgesamt: Für die hohen Erwartungen an die Steuerungswirkung von Hausarztverträgen, zumindest in der jetzigen Form, gibt es keine mit Zahlen zu belegende Erfahrung.
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