IGel-Leistungen
Es kann passieren, dass Sie in der Arztpraxis plötzlich ein Angebot bekommen, diese oder jene Leistung sei ganz wichtig und nötig, aber sie müssten Sie selbst bezahlen. In der Regel handelt es ich bei diesen Angeboten um sogenannte IGeL-Leistungen.
Was sind Igel Leistungen? IGel ist eine Abkürzung für "Individuelle Gesundheits-Leistungen". Das sind Diagnose- und Behandlungsmethoden, die nicht zum Leistungskatatlog der gesetzlichen Krankenkassen zählen und deshalb privat bezahlt werden müssen. Es gibt einen großen Streit zwischen den ÄrztInnen und den Spitzenverbänden der gesetzlichen Kassen. Die ÄrztInnen bewerten viele dieser IGel Leistungen als notwendig, die gesetzlichen Kassen lehnen IGeL-Leistungen als medizinisch nicht notwendige Leistungen ab. Das wissenschaftliche Institut der AOK hat in einer Befragung bei ca. 3000 GKV-Versicherten festgestellt, dass fast jede/r Vierte (23% = 16 Mio. Versicherte) inzwischen solche Leistungen angeboten bekommt. Vor drei Jahren waren es nur (9%). Am häufigsten bieten Frauen- und Augenärzte solche Leistungen an, gefolgt von Urologen, Orthopäden und Hautärzten (ohne Zahnärzte). Und: Je höher das Einkommen, desto mehr werden solche Leistungen angeboten. Was ist so problematisch an IGel-Leistungen? Es gibt keine Transparenz, d.h. eigentlich ist das ein Privatmarkt. Woher weiß ich, ob ein anderer Arzt oder eine andere Ärztin das nicht billiger anbietet? Ist es überhaupt realistisch, in dieser Frage Preise zu vergleichen? Außerdem fehlt es an Qualitätssicherung. Die AOK schreibt in einer Pressemeldung: „Obwohl alles medizinisch Notwendige von den Krankenkassen übernommen wird, bieten Ärzte Extras an, die sie privat abrechnen. Wer auf Nummer sicher gehen und seinen Geldbeutel schonen will, soll sich zuvor von seiner Krankenkasse beraten lassen“ Dem können wir uns nur anschließen. Zum Nachlesen: www.wido.de |
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