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Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Ulrike Hauffe
(für Aktion Mensch)
Bremen, den 12.09.07

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs - wer profitiert tatsächlich?

Seit Oktober 2006 gibt es in Deutschland die HPV-Impfung, die junge Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll - auf den ersten Blick eine scheinbar beruhigende Maßnahme, denn weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs der zweithäufigste Krebs bei Frauen, in Deutschland liegt er an 10. Stelle.

Eine nähere Betrachtung allerdings dämpft jeden Optimismus: Bei Frauen, die an diesem Krebs erkranken, wird zwar zu 90 bis 95 Prozent das Humane Papilloma-Virus (HPV) gefunden. Doch bis heute ist nicht bewiesen, dass dieser Virus, der beim Sex übertragen wird, der dafür allein auslösende ist. Nichts spricht bisher dafür, dass durch die Impfung Gebärmutterhalskrebs insgesamt seltener wird, die Beobachtungszeit von jetzt vier Jahren ist dafür noch viel zu kurz. Zudem haben mehrere Studien ergeben, dass bei überraschend vielen Zellveränderungen am Gebärmutterhals andere Virustypen auftraten, gegen die diese Impfung gar nicht schützt.

So gesehen ist die Maßnahme, die Infektion durch die bereist praktizierte Impfung zu verhindern, nicht viel mehr als eine Behauptung. Flankiert von der eindringlichen Botschaft an Eltern und Mädchen: Impfung noch vor dem ersten Sex, am besten als Reihenimpfung in der Schule, wer seine Töchter nicht vor Krebs schützt, macht sich schuldig. Sex macht Krebs! - Nach AIDS die zweite tödliche Bedrohung durch Sex.

Was geht hier vor? Für mich eindeutig Profit vor Verstand und Menschlichkeit. Denn trotz dürftiger Datenlage verkauft sich der HPV-Impfstoff glänzend. Der Hersteller, der US-Pharma-Konzern Merck, konnte im letzten Jahr seinen Umsatz mit Impfstoffen fast verdreifachen und erreichte sogar, dass in vielen US-Staaten die HPV-Impfung von Mädchen für den Schulbesuch vorausgesetzt wird - eine willkommene Gesundkur nach dem VIOXX-Skandal 2004 und ein „Erfolg“, den Merck dem profitablen und flächendeckenden „Menschenversuchen“ an Mädchen verdankt, ermöglicht durch vorauseilende Unterstützung der Zulassungsbehörden, der Ständigen Impfkommission STIKO und dem Berufsverband der Frauenärzte.

Was brauchen wir? Anstatt gezielter Panikmache zunächst unabhängige Studien vor der Zulassung neuer Medikamente, als Nachweis ihrer Wirksamkeit und um eine informierte Entscheidung über die Anwendung zu treffen. Und: eine einfühlsame Begleitung mit ehrlichen Informationen für pubertierende Mädchen und Jungen in der Phase erster sexueller Kontakte; ein falsches Sicherheitsgefühl kann dazu führen, auf Vorsorgeuntersuchungen und Kondome zu verzichten. Eine HPV-Reihenimpfung brauchen sie nicht.
Aktion Mensch als PDF-Datei zum herunterladen.

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