Nutzen der HPV-Impfung?Prof. Dr. Gerd Glaeske, Universität Bremen
Wenn ich heute über den Nutzen der HPV-Impfung spreche, so möchte ich zunächst auf
eine Publikation im arznei-telegramm vom September verweisen, die eine Zusammenfassung
der zu dieser Impfung bekannten Daten bietet und insofern eine wichtige Grundlage
bei der Diskussion über die Wirksamkeit und den Nutzen der HPV-Impfung darstellt. Die
von 13 Wissenschaftlern unterzeichnete Stellungnahme vom 25.11.2008, die auf der Internetseite
der Universität Bielefeld als Download zur Verfügung steht, führt die Konsequenzen
dieser Datenlage vor Augen, die ich übrigens schon im Februar 2008 ähnlich bewertet
habe, nämlich dass dieser Impfstoff viel zu früh eingeführt wurde. Die Zulassung des Impfstoffes
fand vor der Publikation der so genannten Future-Studien statt, die eigentlich Basis
der Bewertung und Empfehlung des Impfstoffes hätten sein müssen. Auch eine ausreichende
Nutzendiskussion hat nicht stattgefunden.
Die rasante Einführung des Impfstoffes hat sicherlich mit der innovativen Botschaft zu tun, die er birgt: Die „Impfung gegen Krebs“ suggeriert den endgültigen Sieg über diese bedrohliche Krankheit – dies ist allerdings eine klare Fehlinformation. Aber – wieso ist es im deutschen Arzneimittelgesetz, das auch für Impfstoffe gilt, überhaupt möglich, ein Medikament zuzulassen, dessen Nutzen nicht belegt ist? Das Arzneimittelgesetz verlangt nur den Nachweis der Unbedenklichkeit, d. h. der Verträglichkeit, der Wirksamkeit und der Qualität eines Medikaments, nicht aber des Nutzens. Nutzen und Wirksamkeit sind allerdings nicht immer kongruent, wie sich zum Beispiel bei der Einführung eines bestimmten Calciumantagonisten zur Senkung hohen Blutdrucks erwies (Nifedipin in unretardierter Form, z.B. als Adalat im Markt): Dessen Wirksamkeit als Senker eines zu hohen Blutdrucks war bestätigt, das Mittel wurde daher auch zugelassen. Nach einigen Jahren wurde jedoch festgestellt, dass die Anwendung eines solchen Mittels bei bestimmten Patienten mit Vorerkrankungen am Herzen zu einer Übersterblichkeit führte. Das Mittel war also zwar im Sinne der Zulassung wirksam, es hat den Blutdruck gesenkt, aber es hat keinen dauerhaften Nutzen gezeitigt. [...] Bitte lesen Sie in der ausführlichen PDF-Broschüre weiter. |
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