STATEMENTJudith StorfSprecherin der BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellenIm Gemeinsamen Bundesausschuss wurde ich schon früh mit dem Thema HPV-Impfung konfrontiert und zweierlei hat mich dabei irritiert: Einerseits die schnelle Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses für ein hochpreisiges Präparat – normalerweise vergehen da Jahre – und die Tatsache, dass die Vorarbeit im Unterausschuss Prävention stattfand, obwohl die Experten für diese Fragen im Unterausschuss Arzneimittel sitzen. Aufgrund dieser Irritationen habe ich mich mit dem Thema HPV-Impfung näher auseinandergesetzt und dann die Vorlage für den schon mehrfach erwähnten Flyer der Stadt Bielefeld geschrieben.Die Möglichkeit, eine individuelle, unabhängige Entscheidung zu treffen, das Recht jedes mündigen Bürgers, ist nur gegeben, wenn eine entsprechende Aufklärung stattfindet. Dieser Grundsatz hat sich für mich insbesondere im Zusammenhang mit der HPV-Impfung bewahrheitet: Wir als Patientenberater hatten, als die HPV-Impfung neu auf dem Markt war, kaum Anfragen, was ungewöhnlich ist bei einem neuen, in den Medien präsenten Arzneimittel. Erst als wir eine Veranstaltung zum Thema gemacht haben, kam plötzlich eine große Anzahl von Fragen auf. Offensichtlich hatte vor der Einführung des Impfstoffes kaum echte Aufklärungsarbeit stattgefunden, sondern die Menschen, deren größte Angst Krebs ist, wurden mit der simpel-positiven Heilsbotschaft einer Impfung gegen Krebs mundtot gemacht. Ich denke, in der Aufklärungsarbeit müssen wir weg von der angstbesetzten und hin zu einer neutralen Information. Und wir müssen versuchen, diese evidenzbasierte Information allen Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, also auch denen – und das sind sicherlich 80 bis 90 % –, die eine solche Broschüre nicht lesen oder nicht lesen können. Wir brauchen einfache Texte und MultiplikatorInnen, die die Informationen aufbereiten und weitergeben. [...] Bitte lesen Sie in der ausführlichen PDF-Broschüre weiter. |
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