STATEMENTProf. Dr. Peter Hillemanns, Medizinische Hochschule HannoverMHH, Zentrum für FrauenheilkundeInsgesamt ist mir aufgefallen, dass wir bei aller Skepsis die Positiva nicht aus den Augen verlieren sollten: Wir haben eine gute Früherkennung, auch wenn hier noch einiges zu verbessern ist, und auch die Impfung ist als primäre Präventionsmaßnahme eine erhebliche Bereicherung.Es ist durchaus möglich und auch nötig, als Arzt den Pharmakonzernen gegenüber seine eigene Meinung zu äußern. Entscheidend ist meines Erachtens nach aber, dass wir die Kommunikation fortführen, auch und gerade die kontroverse Diskussion, wie sie heute stattfand, um letztlich das Wohl des Patienten zu erreichen. Bei den Sachfragen muss man sich allerdings intensiv mit den Details auseinandersetzen. Das möchte ich an einem Beispiel erläutern: Heute Morgen wurde das Argument angeführt, dass wir nicht wissen, ob die HPV-Impfung tatsächlich das Zervixkarzinom vermeiden kann, weil sie nur gegen die HPVTypen 16 und 18 wirkt und vielleicht andere Typen das Terrain übernehmen. Ein prinzipiell berechtigter Gedanke, dem man nachgehen sollte. Die virologischen Experten, die seit Jahrzehnten in diesem Feld forschen, können belegen, dass die HPV-Typen im Vaginalabstrich einer 12 bis 18jährigen fast gleich verteilt sind und dass bei den Typen 16 und 18 über Jahre hinweg eine Persistenz und eine ganz andere Aggressivität als bei den anderen HPV-Typen festzustellen ist. HPV-DNA ist nicht gleich RNA, die DNA-Viren sind hochkonserviert. Unter diesem Aspekt ist es zumindest nicht sehr wahrscheinlich, dass ein anderer Typ das gesamte Terrain übernimmt. Studien zur Klärung dieser Ungewissheiten werden benötigt. Obgleich wir eine Verantwortung für unseren Bereich tragen, können diese Studien leider nicht nur in Deutschland stattfinden. Das Monitoring der Langzeitwirkungen der HPV-Impfung findet in Skandinavien statt, weil dort ein flächendeckendes Krebsregister besteht. Eine bessere Organisation und Strukturierung der Systeme ist jedoch nötig, um die fehlenden Daten zu bekommen. [...] Bitte lesen Sie in der ausführlichen PDF-Broschüre weiter. |
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